Geschichte und Namensgebung


Nach dreieinhalbjähriger Bauzeit wurde am 28. Januar 1971 das ÖTV-Bildungs- und Begegnungszentrum feierlich eröffnet.

Neben gewerkschaftlicher Zweckbildung und berufsfachlicher Betreuungsarbeit bestand die Zielsetzung für das Haus vor allem darin, in vielfältigen Arbeitstagungen und Aufbauseminaren gewerkschaftspolitische Zielsetzungen zu bearbeiten, zukunftsbezogene Konzeptionen zu entwerfen und Erfahrungsaustausch im nationalen wie internationalen Rahmen zu organisieren.

Die fachliche, politische und persönlichkeitsorientierte Bildung ist seitdem permanent weiterentwickelt worden.

Nach einer grundlegenden Renovierung in den Jahren 1994 bis 1997 wurde das Haus 1997 wieder eröffnet und trägt seitdem den Namen Clara Sahlberg.

Clara Sahlberg (1890 - 1977)

Auf dem 13. Gewerkschaftstag der ÖTV 1996 in Stuttgart beschlossen die Delegierten, das Bildungs- und Begegnungszentrum Berlin solle anlässlich der Wiedereröffnung im Jahr 1997 den Namen einer Berliner Gewerkschafterin erhalten: Clara Sahlberg. Schon früh setzte sie sich für die Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen von Heimarbeiterinnen ein, zunächst im christlichen Gewerkverein der Heimarbeiterinnen, dann in einer christlichen Gewerkschaft. 1928 wechselte sie in die Hauptverwaltung des Verbandes christlicher Fabrik- und Transportarbeiter in Berlin.

Beharrlich und zäh in ihrem Wirken, aber nie laut, ...

...stellte sich Clara Sahlberg 1948 in den Dienst der Gewerkschaft ÖTV und brachte bis 1958 ihre reiche Lebens- und Gewerkschaftserfahrung ein. Darüber hinaus engagierte sie sich noch viele Jahre erfolgreich für die Evangelische Kirche Deutschlands.

„Soziale Bewegungen wie unsere Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di brauchen viele Personen, die sich beharrlich und zäh, aber auch mit Freude für ihre Ideen und Überzeugungen einsetzen, die sich am Arbeitsplatz, in gesellschaftlichen Auseinandersetzungen, in Verbänden und Organisationen (…) engagieren und für so zentrale Werte wie Humanität, Freiheit, Solidarität und emanzipatorische Teilhabe an den gesellschaftlichen Entwicklungen streiten.“ Dafür steht Clara Sahlberg, „die engagiert und mutig nicht nur in vielen wichtigen Funktionen wirkte, sondern sich mit Zivilcourage für ihre Mitmenschen einsetzte und für ihre Überzeugungen stritt.“
(Herbert Schmidt, in: Schriftenreihe des ver.di-Archivs „Zur Person“, Band 2: Clara Sahlberg)
Link: https://archiv.verdi.de/zurperson/02